Wenn du in Deutschland aufgewachsen bist, kennst du den orangenen Löwen wahrscheinlich aus der Werbung deiner Eltern. Die ING – früher ING-DiBa – ist seit Jahrzehnten die Standard-Adresse für Direktbanking in Deutschland. Aber kann eine etablierte Bank 2026 noch mit Neobrokern wie Trade Republic und Scalable Capital mithalten?
Die kurze Antwort: Ja – aber nur für bestimmte Anlegertypen. Wer alles aus einer Hand will und auf Aktions-ETFs setzt, ist hier nach wie vor gut aufgehoben. Wer optimale Kosten sucht oder aktiv handelt, fährt mit einem reinen Neobroker besser.
In diesem ehrlichen Test zeige ich dir, was die ING richtig macht, wo sie preislich gegen Trade Republic verliert und wann sich der Wechsel wirklich lohnt – oder eben nicht. Wenn du direkt einsteigen willst:
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ING Depot ansehenWas ist die ING eigentlich?
Die ING Deutschland (frühere ING-DiBa) wurde 1965 gegründet und ist heute mit über 9 Millionen Kunden die größte Direktbank Deutschlands. Sie gehört zur niederländischen ING Group – einer der größten Bankengruppen Europas mit mehr als 38 Millionen Kunden weltweit.
Wichtig zur Einordnung: Die ING ist eine klassische Direktbank ohne Filialen. Service läuft komplett über Telefon, App, Online-Banking und Chat. Anders als Trade Republic oder Scalable bietet sie aber das volle Bankenpaket – Girokonto, Tagesgeld, Kredite und Depot aus einer Hand.
Trade Republic und Scalable sind reine Broker. Die ING ist eine Vollbank, bei der das Depot nur eines von vielen Produkten ist. Wer ohnehin Konten bei der ING hat, bekommt das Depot mit zwei Klicks dazu – das ist der eigentliche Vorteil gegenüber Neobrokern.
ING vs Neobroker – worin unterscheiden sie sich?
Die ING bewegt sich zwischen klassischer Direktbank und modernem Broker. Das ist ihre Stärke und gleichzeitig ihr Problem: Sie ist nicht so billig wie ein Neobroker und nicht so persönlich wie eine Filialbank.
| Aspekt | ING | Neobroker (TR/Scalable) |
|---|---|---|
| Gegründet | 1965 (DE) | 2015 (TR) / 2014 (Scalable) |
| Produktpalette | Vollbank (Konto, Kredit, Depot…) | Nur Broker |
| Manuelle Order | 2,90 € + 0,25 % (min. 9,90 €) | ~1 € flat |
| Sparplan-Gebühr | 0 € (Aktions-ETFs) / 1 € sonst | 0 € |
| Telefon-Support | Ja, kompetent | Nein |
| App-Modernität | Solide | Modern |
Depotgebühren bei der ING – worauf du achten musst
Das ING Direkt-Depot ist kostenlos – unter einer Bedingung: Du musst mindestens einen Trade pro Quartal ausführen oder einen aktiven Wertpapier-Sparplan haben. Wer das tut, zahlt keine Depotgebühr.
Für Sparplan-Anleger ist das praktisch automatisch erfüllt: Ein laufender Sparplan zählt als „Aktivität“. Auch wenn du nur 25 € pro Monat einzahlst, bleibt das Depot dauerhaft kostenlos.
Wer das Depot eröffnet und einfach vergisst, kann eine Depotgebühr aufs Auge gedrückt bekommen – meist ein paar Euro pro Quartal. Wer nur unregelmäßig kauft, sollte einen kleinen Mini-Sparplan einrichten (10 € reichen) und das Problem ist gelöst.
ETF-Sparpläne: über 800 Aktions-ETFs kostenlos
Hier ist die ING überraschend stark. Über 800 Aktions-ETFs sind im Sparplan komplett kostenlos – darunter alle wichtigen Welt-ETFs:
- iShares Core MSCI World (IE00B4L5Y983)
- Vanguard FTSE All-World (IE00BK5BQT80 / IE00B3RBWM25)
- Amundi MSCI World (LU1681043599)
- Xtrackers MSCI World 1C (IE00BJ0KDQ92)
ETFs außerhalb der Aktion kosten 1 € pro Ausführung – also etwas mehr als Trade Republic, aber für die meisten Einsteiger völlig irrelevant, weil die wichtigen Welt-ETFs alle in der Aktion sind.
Mindestbetrag pro Sparplan-Ausführung: 1 €. Frequenzen: monatlich, alle zwei Monate oder quartalsweise. Wer noch nicht weiß, wie man einen Sparplan einrichtet, findet hier eine Anleitung: ETF-Sparplan einrichten in 10 Minuten.
Order-Gebühren – hier wird’s spürbar teurer
Hier liegt die größte Schwäche der ING gegenüber Neobrokern. Manuelle Käufe und Verkäufe kosten: 2,90 € Grundgebühr + 0,25 % vom Ordervolumen, mindestens aber 9,90 €.
| Ordervolumen | ING | Trade Republic | Differenz |
|---|---|---|---|
| 500 € | 9,90 € | 1,00 € | +8,90 € |
| 1.000 € | 9,90 € | 1,00 € | +8,90 € |
| 5.000 € | 15,40 € | 1,00 € | +14,40 € |
| 10.000 € | 27,90 € | 1,00 € | +26,90 € |
Wer pro Jahr 10 manuelle Trades à 1.000 € macht, zahlt bei der ING rund 99 € Gebühren – bei Trade Republic 10 €. Über 10 Jahre macht das 890 € Differenz. Für aktive Käufer ist das ein echter Faktor.
App-Test: solide, aber kein Designwunder
Die ING-App ist seit Jahren ein zuverlässiger Begleiter und in den letzten Updates deutlich aufgeräumt worden. Sie ist nicht so radikal schlank wie Trade Republic, dafür aber mit allen Banking-Funktionen integriert – Girokonto, Kreditkarte, Tagesgeld und Depot in einer App.
Für ETF-Sparpläne reicht die App völlig: ETF suchen, Sparplan einrichten, Betrag und Datum festlegen, fertig. Wer aktiv handeln will, findet Limit-Orders, Stop-Loss und alle relevanten Order-Typen. Im Web-Banking gibt es zusätzlich Charts mit Indikatoren und Fundamentaldaten.
Stärken
- Banking + Depot in einer App
- Stabile Performance über Jahre
- Vollständige Order-Typen
- Gute Web-Trader-Variante
Schwächen
- Optisch nicht so modern wie TR
- Mehr Klicks bis zur Order
- Notifications etwas überladen
- Sparplan-Übersicht versteckt
Kundenservice: der eigentliche Trumpf der ING
Hier liegt der wahrscheinlich wichtigste Unterschied zu den Neobrokern: Bei der ING gibt es echten Telefon-Support. Du wählst eine Nummer, ein Mensch hebt ab – meist innerhalb weniger Minuten.
Klingt banal, ist im Krisenfall aber Gold wert: Wenn deine Steuerbescheinigung verloren geht, eine Überweisung hängt oder ein Ident fehlschlägt, hilft ein Anruf in 5 Minuten mehr als ein Chat-Tag über zwei Werktage hinweg. Trade Republic und Scalable haben beide keinen Telefon-Support.
In meinen 2 Jahren ING habe ich dreimal angerufen – einmal wegen einer Steuerfrage, einmal wegen einer Sparplan-Korrektur, einmal wegen Karten-Verlust. Jedes Mal innerhalb von 24 Stunden gelöst. Bei einem reinen Neobroker wäre das deutlich schwieriger gewesen.
Vollservice: Girokonto, Tagesgeld, Kredit aus einer Hand
Der eigentliche strategische Vorteil der ING ist das Gesamtpaket. Wer ohnehin Girokonto und Tagesgeld bei der ING hat, bekommt das Depot mit einem Klick dazu – ohne neues Konto, ohne neues Login, ohne separates Verrechnungskonto.
Beispiel: Du bekommst dein Gehalt aufs ING-Giro, parkst die monatliche Sparrate aufs ING-Extra-Konto (Tagesgeld), und dein Depot-Sparplan zieht automatisch vom Verrechnungskonto ab. Alles in einer App, eine Steuerbescheinigung am Jahresende, ein Ansprechpartner für alles.
Zwischen-CTA
Schon ING-Kunde mit Girokonto oder Tagesgeld? Dann ist das Depot in zwei Klicks zusätzlich freigeschaltet.
Zur ING-Depot-SeiteSicherheit: BaFin-Vollbank seit 1965
Bei einer Bank dieser Größe ist die Sicherheitsfrage praktisch geklärt. Die ING Deutschland ist seit 1965 aktiv, BaFin-reguliert und Teil der niederländischen ING Group mit Bilanzsumme im dreistelligen Milliardenbereich.
Cash auf dem Verrechnungskonto fällt bis 100.000 € unter die gesetzliche Einlagensicherung – darüber hinaus greift der freiwillige Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken mit deutlich höheren Grenzen. Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen und im Insolvenzfall geschützt.
Was die ING nicht kann – ehrliche Kritik
Auch nach 2 Jahren bleibt klar: Die ING hat einige strukturelle Nachteile gegenüber den modernen Neobrokern. Die wichtigsten:
1. Teurer bei aktiven Trades
9,90 € Mindestgebühr pro manueller Order ist Welten von Trade Republics 1 € entfernt. Wer mehr als 5 Trades im Jahr macht und nicht ausschließlich Aktions-ETFs kauft, zahlt deutlich drauf.
2. App weniger modern
Funktional vollständig, aber optisch und in der Bedienlogik 2–3 Jahre hinter Trade Republic. Wer Wert auf flüssige Designs legt, wird die ING-App als „altbacken“ empfinden.
3. Kein Cashback wie TR Saveback
Die ING hat kein vergleichbares Cashback-Modell für ETF-Investments. Die TR Saveback-Funktion bringt 15 € pro Monat zusätzlich auf den Sparplan – ein klarer Vorteil für TR-Kunden.
4. Komplexere Sparplan-Konfiguration
Die Sparplan-Einrichtung in der ING-App fordert mehr Klicks und Bestätigungen als bei TR oder Scalable. Für Erstnutzer einsteigerfreundlich erklärt, aber im Alltag etwas träge.
5. Weniger Frequenz-Optionen für Sparpläne
Monatlich, zweimonatlich oder quartalsweise. Wöchentliche Sparpläne wie bei TR gibt es nicht. Für Buy-&-Hold ist das irrelevant, für DCA-Optimierer eine Einschränkung.
6. Cash-Verzinsung nicht so attraktiv
Während Trade Republic auf 50.000 € und Scalable Prime+ auf 1 Million € Cash höhere Zinsen bietet, ist die ING beim Verrechnungskonto eher zurückhaltend. Wer große Cash-Reserven hat, sollte vergleichen.
Wenn du beide Welten direkt vergleichen willst, lies unsere Erfahrungsberichte zu Trade Republic und Scalable Capital – beide nach 2 Jahren echter Nutzung getestet.
Für wen ist die ING ideal? Für wen nicht?
Ideal für dich, wenn…
- Du bist schon ING-Kunde
- Du willst alles aus einer Hand
- Du schätzt Telefon-Support
- Du sparst Aktions-ETFs (kostenlos)
- Du willst etablierte Bank statt Startup
Eher nicht, wenn…
- Du aktiv tradest (Day, Swing)
- Du absolute Kostenminimierung willst
- Du Saveback/Cashback-Boni nutzen willst
- Du moderne App-UX bevorzugst
- Du wöchentlich besparen möchtest
Unsere Empfehlung
ING für Bestandskunden & Service-Liebhaber
Wer die ING schon für Girokonto oder Tagesgeld nutzt – oder Wert auf echten Telefon-Support legt – bekommt hier ein solides Depot mit kostenlosen Aktions-Sparplänen.
Eröffnung 10–15 Minuten · BaFin-Vollbank · Telefon-Support inklusive
Die ING bleibt 2026 eine valide Wahl – aber nicht für jeden. Für Bestandskunden, Service-Fans und Anleger, die Aktions-ETFs besparen, ist sie weiterhin ein solider Hafen. Für aktive Trader und reine Kostenoptimierer ist Trade Republic oder Scalable Capital die bessere Adresse. Die Frage ist nicht „ING oder Neobroker“ – sondern „welcher Anlegertyp bin ich?“.
Häufig gestellte Fragen
Ist die ING eine seriöse Bank?
Ja, die ING (früher ING-DiBa) ist seit 1965 in Deutschland aktiv und gehört zur niederländischen ING Group, einer der größten Banken Europas. Sie ist BaFin-reguliert, Einlagen sind bis 100.000 € durch die deutsche Einlagensicherung geschützt. Heute hat die ING über 9 Millionen Kunden in Deutschland.
Was kostet das ING Depot wirklich?
Das Depot ist kostenlos, wenn du mindestens einen Trade pro Quartal ausführst oder einen aktiven Wertpapier-Sparplan hast. Sonst fällt eine geringe Depotgebühr an. Sparpläne kosten 1 € pro Ausführung – auf über 800 Aktions-ETFs sind sie aber komplett kostenlos. Manuelle Orders kosten 2,90 € + 0,25 % vom Ordervolumen (mind. 9,90 €).
Wann muss ich Depotgebühren zahlen?
Eine Depotgebühr fällt nur an, wenn du im Quartal weder einen Trade ausführst noch einen aktiven Sparplan hast. Wer regelmäßig spart oder selten kauft, zahlt nichts. Die genauen Konditionen können sich ändern – aktuelle Werte findest du im Preisverzeichnis der ING.
Welche ETFs sind bei der ING kostenlos besparbar?
Mehr als 800 Aktions-ETFs der großen Anbieter (iShares, Amundi, Xtrackers, Vanguard) sind im Sparplan komplett kostenlos. Darunter alle relevanten Welt-ETFs wie iShares Core MSCI World, Vanguard FTSE All-World oder Amundi MSCI World. Die Aktionsliste wird regelmäßig aktualisiert.
Wie hoch sind die Order-Gebühren bei der ING?
Manuelle Trades kosten 2,90 € Grundgebühr plus 0,25 % vom Ordervolumen, mindestens aber 9,90 €. Bei 1.000 € Order zahlst du also 9,90 €, bei 10.000 € rund 27,90 €. Deutlich teurer als bei Trade Republic (1 € flat) oder Scalable Capital Free Broker (0,99 €).
Lohnt sich die ING im Vergleich zu Trade Republic?
Für reine Sparplan-Anleger mit Aktions-ETFs: Ja, kostentechnisch fast gleichwertig. Für aktive Trader: Nein, ING ist deutlich teurer. Für Bestandskunden mit Girokonto und Tagesgeld bei der ING: Klar ja – alles aus einer Hand spart Zeit und Aufwand.
Gibt es Filialen der ING?
Nein. Die ING ist seit ihrer Gründung 1965 eine reine Direktbank ohne Filialnetz. Service läuft über Telefon, App, Online-Banking und Chat. Der Telefon-Support gilt allerdings als einer der besten am deutschen Markt – Wartezeiten sind in der Regel kurz, die Mitarbeiter kompetent.
